Copyright © 2011 by
Pfingstjugend Neunheilingen
All Rights reserved
E-Mail: info@pfingsten-neunheilingen.de
Designed by GOEMO.de
Pfingstjugend
Neunheilingen

Aufzeichnungen aus dem 18. Jh.

Pfingstbräuche in Neunheilingen

Das
Pfingstfest ist eines der größten und schönsten im ganzen Dorf und reich an alten, vielleicht schon seit Jahrhunderten bestehenden Sitten und Gebräuchen, die sich noch bis auf den heutigen Tag erhalten haben.

Es nimmt Sonnabend seinen Anfang und dauert bis Mittwoch. Sonnabend Mittag versammeln sich die Pfingstburschen in der Gemeindeschenke. 13.30 Uhr wird nach dem eine halbe Stunde entfernten Wald gezogen, um dort den Pfingstbaum zu holen. Nach Fällen und Aufladen der Maie lagert man sich unter der weit über die Grenzen unserer Heimat hinaus bekannten Kaffeelinde und tut sich dort an dem mitgebrachten Mundvorrat gütlich.
Um 18.30 Uhr wird aufgebrochen, um 19 Uhr vor dem Dorfe zu sein, wo der Zug schon von der Musik erwartet wird. Nun kommt der Einzug ins Dorf: die Musik, der Wagen mit der Maie, die Pferde mit frischem Grün und Waldblumen, die Pfingstburschen mit Maienbüschen und Maiblümchen geschmückt. Vor der Gemeindeschenke haben sich schon viele Zuschauer versammelt, um dem Schauspiel des Aufrichtens mit beizuwohnen. Unter dem Spiel der Musik und Lachen und Scherzen der Pfingstburschen wird die Maie aufgerichtet. Ein dreifaches Hoch auf den Maibaum und ein flotter Marsch, dann geht es in die Kegelbahn, wo  noch bei Tanz und Becher bis spät in die Nacht verweilt wird.

Der erste Tag verläuft ruhig, der zweite wird mit Tanz gefeiert; nun kommt der dritte welcher der bedeutendste ist. Schon früh morgens 7 Uhr reiten zwei Burschen, die Vorreiter genannt, mit dem Läufer, welcher ein bekleideter Bursche ist, im Dorf herum und fragen wer den Bischof haben will. „Bischof haben“ heißt, wer ein Ständchen gebracht haben will. 7.30 Uhr spielt die Musik vor der Schenke den Morgensegen. Um diese Zeit treten auch die Pfingstburschen hoch zu Ross in Reih und Glied vor dem Schlosse an. Gleich darauf kommt der Wachtmeister, denn die Pfingstburschen sind jetzt alle Ulanen geworden, grüßt die Leute und lässt abzählen. Verschiedene, die zu spät erschienen sind, erhalten Strafe. Kurze Zeit darauf kommt der Rittmeister, wünscht den Leuten einen guten Morgen, besichtigt die Schwadron, lässt noch einmal abzählen, dann geht’s mit der Musik und den Vorgesetzten voran zum Festplatz, wo sich schon die Bewohner des Dorfes und viele Nachbardörfer versammelt haben. Auf dem Festplatz stellt sich die Schwadron wieder in Reih und Glied auf, der Läufer sorgt für Ordnung, und die Musik spielt altbekannte Weisen. Dann werden die ersten drei Mann zum Fahnenholen und weitere zwei Mann zum Bischof abkommandiert. Der Bischof ist der jüngste Pfingstbursche, welchen man wie auch sein Pferd mit bunten Bändern und Schleifen, Kränzen und Blumen geschmückt hat. Nun werden von verschiedenen Burschen ein paar humorvolle Stücke in bäuerlicher Mundart aufgeführt, dann halten Rittmeister und Wachtmeister Ansprachen, tadeln und loben die Schwadron und schildern des Landmanns Freud und Leid. Da --- auf einmal „Achtung seine Exzellenz“, und im Galopp kommt der General herbeigesprengt, besichtigt die Schwadron, hält auch eine Ansprache und lässt den Wachtmeister die Quartiere verlesen. Jedes Mädchen erhält einen Burschen als Quartiergast. Die Angabe des Quartiers wird von den anwesenden Zuschauern mit Beifall entgegengenommen, da meist sehr humorvoll ist.
Nun geht es wieder zurück ins Dorf. Vor der Pfarre wird das erste Ständchen gebracht, dann zieht der Zug im ganzen Dorf herum, bringt vor jedem Haus ein Ständchen und wird von den Hausbewohnern mit Kuchen und Wein bewirtet. Nachmittags 14 Uhr hat das Reiten sein Ende erreicht.

Um 15 Uhr beginnt der Tanz, welcher wieder bis spät in die Nacht hinein anhält. Am vierten Pfingsttag ziehen die Burschen mit der Musik wieder im Dorf herum, nochmals vor jedem Haus ein Ständchen bringend; der Vorstand nimmt Geldgeschenke zur Deckung der Pfingstunkosten und verschiedene Eier zu dem abends stattfindenden Festessen entgegen. Außerdem erhält jeder Bursche von seiner Tänzerin ein paar Eier oder ein Stück Wurst. Abends findet dann das gemeinsame Festessen der Pfingstburschen statt. Ein abschließendes Tänzchen bildet den Schluss des schönen Festes.

Ablauf

alten Aufzeichnungen zu folge:
Vorpfingsten: Von Ostern ab finden regelmäßig Versammlungen der Pfingstburschen im "Gelag" statt, anfangs aller acht Tage, in der Woche vor Pfingsten an jedem Abend. Sie dauern bis spät in die Nacht hinein; ihr Hauptinhalt besteht in  "tüchtig Biertrinken". Als Gelag diente früher die Schmiede (gegenüber der Schenke), jetzt dagegen das Vorzimmer der Kegelbahn (hinter der Schmiede).
Am Himmelfahrtstag werden von den Pfingstburschen die einzuladenden Pfingstmädchen gewählt. Diesen wird zwar die Einladung zugestellt, der Name des einladenden Burschen bleibt ihnen aber vorläufig unbekannt. ....

in der heutigen Zeit:
Die Vorbereitungen laufen das ganze Jahr und auch die Pfingstburschen bemühen sich früh um ihre Tanzpartnerinnen am Pfingstsamstag. Zwar werden leider keine Gelage mehr wie früher abgehalten aber sonst hat sich nur wenig am Althergebrachten geändert. Ab und zu werden auch Neuerungen in den einzelnen Bereichen eingebracht. So werden heute zum Sonntag und Montag die extra bedruckten Pfingst-T-Shirts getragen und früher gab es zum Beispiel auch keinen Kindertanz.
... 25.02.   Fasching in Neunheilingen
Pfingsten in Neunheilingen ...
WYSIWYG Web Builder on Facebook